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Medikamentenversuche in St.Galler Psychiatrien
In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Medienberichte über experimentelle Versuche mit Psychopharmaka in psychiatrischen Kliniken der Schweiz ohne Wissen und Einwilligung der Patientinnen und Patienten. Die St.Galler Regierung liess den Sachverhalt für die Psychiatrien des Kantons St.Gallen prüfen, dabei konnte festgestellt werden, das Testsubstanzen nur im Sinne von Heil- oder Therapieversuchen und nicht als Humanexperiment mit rein wissenschaftlicher Zielsetzung verabreicht wurden. Jedoch wurden Substanzen verabreicht, die zum Zeitpunkt der Verabreichung (noch) nicht zugelassen waren.
Die Erkenntnisse wurden in einer Pilotstudie und einem juristischen Gutachten aufgearbeitet und liegen vor, sie wurden am 20. Dezember 2022 publiziert. Die Öffentlichkeit wird über eine Medienmitteilung am 21. Dezember 2022 informiert.
Für Betroffene mit Verdacht auf Verabreichung von nicht zugelassenen Medikamenten ohne deren Einwilligung während ihres Aufenthalts in einer Psychiatrie des Kantons St.Gallen zwischen 1950 und 1980 wird per 1. Januar 2023 eine Anlaufstelle eingerichtet. Die Anlaufstelle bietet die Gelegenheit, die entsprechenden Patientenakten zu beschaffen und mit zwei erfahrenen Psychiaterinnen eine Sichtung der Krankenakten vorzunehmen.
Interner Ansprechpartner für Anfragen von Betroffenen oder der Anlaufstelle der künftigen Psychiatrie St.Gallen ist Marco Sprenger, designierter Stv. Leiter Unternehmensentwicklung.